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Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht (Gelesen 35172 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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Ramona
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Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

Ramona »

Hallo zusammen,ich will mich nun das erste Mal mit Tafeltrauben versuchen.Ich gärtnere in 7b, auf gutem Lehmboden und hätte eine schöne Haus - Südwand anzubieten.Der Wein sollte soweit krankheitsresistent sein, dass ich auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten kann. Am liebsten wäre mir eine süße, dunkle und kernlose Sorte, sowas wie "Crimson".Ich freue mich auf Eure Ratschläge und Empfehlungen.LG Ramona
trauben-freund
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

trauben-freund » Antwort #1 am:

crimson ist eine hochempfindliche, braucht HITZE um gut auszureifen und ist extrem spät reif.sowas wie crimson.........lass mich mal überlegen
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Ramona
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

Ramona » Antwort #2 am:

Ja, dass Crimson selbst nix wird, war mir eigentlich klar, da sie in Deutschland gar nicht angebaut wird?!Aber sowas in dieser Richtung wäre schon schön. LG Ramona
trauben-freund
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

trauben-freund » Antwort #3 am:

das wird wirklich schwerdu suchst eine rote, kernlose sorte die einen süßen, fruchtigen leicht aromatischen geschmack hat (ohne foxton) und resistent ist.höchstens kischmisch geht ganz leicht in diese richtung aber die ist auch nicht resistent.
zwerggarten

Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

zwerggarten » Antwort #4 am:

Und wenn man eine nicht so resistente versucht? Scheitern solche reben denn ohne behandlung zuverlässig jedes jahr oder sind nicht vielleicht auch so dann und wann gute, gesunde, ertragreiche jahre möglich?
trauben-freund
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

trauben-freund » Antwort #5 am:

gerade bei kernlosen sorten kommt es nach der blüte zu oidium-befall an der traube, auch bei "resistenten". da kommt man ohne behandlung zu keinem gesicherten ertrag (bis totalausfall). bei reinen europäern ist ein spätbefall im herbst mit pero + oidium fast schon vorprogrammiert......spritzt man dann nicht im kommenden frühjahr ist der befallsdruck schon wieder so hoch, dass es schon vor der blüte zu befall kommen kann was den stock allmählich schwächt, fruchtansatz mindert und er langsam vergreist.3behandlungen sehe ich als minimum bei solchen sorten an.meine reistenten im freiland sorten habe ich dieses jahr 0 gespritzt und kam sehr gut davon . praktisch befallsfrei. außer eben die beeren der kernlosen sorten suffolk und bei birstaler hat es etwas befall gegeben.
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Ramona
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

Ramona » Antwort #6 am:

Also wenns so schwierig ist, beschränke ich mich auch auf kernlos und süß. Mit Cu spritzen würde mir nix machen, nur eben chemisch-synthetisch will ich vermeiden.Oder ist die Suche aussichtslos und die kernlosen sind alle samt Mimosen?Ich würde mich dann auch mit "wie crimson aber mit Kernen" zufriedengeben.LG Ramona
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cydorian
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

cydorian » Antwort #7 am:

Wieviel Pflanzenschutz nötig ist, hängt auch vom Kleinklima ab. Ich habe seit fünf Jahren etwa zehn verschiedene als resistent verkaufte Tafeltrauben, eine schon sehr viel länger, eine kernlose. Keine einzige musste jemals behandelt werden, ich habe noch kein Jahr Krankheitsbefall gehabt der über die Schadschwelle hinausging. Hagel ist das viel schlimmere Problem, manchmal auch Vogelfrass.Vorbeugend mit der Spritze draufzuhalten ist Schwachsinn, erst einmal sehen ob es auch ohne wächst.
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

trauben-freund » Antwort #8 am:

"Vorbeugend mit der Spritze draufzuhalten ist Schwachsinn, erst einmal sehen ob es auch ohne wächst"und genau da liegt der fehler! vorbeugend ist bei weitem wirksamer als eine spritzung bei bereits akutem befall.wie crimson mit kernen fällt mir als erstes mal olivette rose ein. ebenfalls ovale beeren nur größer als crimson, fruchtig süß ohne muskat und ohne foxton. resistent.kernlos und süß ist auch primus von botrus, sehr knackig und frühreif. ebenfalls resistent.
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Giaco85
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

Giaco85 » Antwort #9 am:

Hallo Ramona,folgende Sorte habe ich mit meiner Frau und Tochter in Stutel (Versuchsanlage Tafeltrauben der LVG Veitshöchsheim) verkosten können und wurde für den weiblichen unvoreingenommen Geschmack ;) als sehr gut empfunden.Vineland 68021 (rosé)Fast kernlos, große Trauben mit mittelgroßen Beeren, angenehmes sortentypisches fruchtiges Bukett, Ende September/Anfang Oktober reif, winterfest, gute Resistenz gegen PilzkrankheitenBezugsquelle: z.B. hier http://mitglied.lycos.de/rkraft/Reben.htmlLeider teile ich die Einschätzung meiner Frauen nicht 8).VGGiaco
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cydorian
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

cydorian » Antwort #10 am:

und genau da liegt der fehler! vorbeugend ist bei weitem wirksamer als eine spritzung bei bereits akutem befall.
Das ist kein Schwachsinn. Wir sind hier nicht im kommerziellen Weinbau, wo ein einmaliger Ernteausfall von 50% ohne Versicherung den Betrieb gefährdet. Anders ist nicht festzustellen, ob die Pflanzen auch ohne Pflanzenschutzmittel wachsen. Wenn es zwei, drei Jahre gutgegangen ist, braucht man sich auch keine Gedanken mehr um die Spritzerei zu machen, weder vorbeugend noch kurativ.Davon abgesehen sollte auf die aktuelle Zulassungssituation hingewiesen werden. Für Privatleute ist nämlich wenig erlaubt, was gegen die Mehltaukrankheiten an Weinreben wirkt. Ganz generell sind Pflanzenschutzmittel für Private nur in kleinsten Packungen zu haben, dafür sauteuer. 250ml Atempo (das Neue, denn das Alte hat seine Zulassung verloren) kosten 9 EUR. Das reicht nicht weit, vor allem nicht wenn man es öfter anwenden muss. Wer sich Jahr für Jahr auf so etwas verlassen muss, ist ganz schön angeschmiert - das ist der wahre Schwachsinn.
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

trauben-freund » Antwort #11 am:

ich spreche von reinen europäer- sorten ! diese sorten zu kaufen und zu glauben man käme ohne pflanzenschutz aus und könne sie mal 3 jahre wachsen lassen ist für mich quatsch!entweder man kauft sich eine resistente sorte und erzieht sie schön luftig oder man holt sich mit dem kauf einer europäer-sorte gleich entsprechende mittel gegen pero und oidium mit ( von botr., schwarzholzkr. roter brenner usw. red ich hier gar nicht) ansonsten hat man keinen spaß mit dem rebstock.ist die infektion erstmal ausgebrochen muss man mit der 3 fachen menge an spritzungen rechnen als bei vorbeugender behandlung aber das sind nur meine erfahrungen, vllt. bilde ich mir das auch nur ein ::)
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cydorian
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

cydorian » Antwort #12 am:

Im Thread war von Hybridsorten die Rede und darauf habe ich mich bezogen. Der Threaderöffner wollte ausdrücklich eine resistente Rebe. Und die sind allermeistens an den meisten Orten Deutschland tatsächlich so unanfällig, dass kein Pflanzenschutz benötigt wird. Reine vitis vinifera sind für 95% aller Hobbyisten ungeeignet. Die teure Dauerspritzerei hält keiner lange durch. Man muss auch noch die richtigen Zeitpunkte einhalten, Leute die dann in Urlaub sind haben ihre Ernte gesehen.Die goldenen Zeiten des Weinbaus vor Ankunft der amerikanischen Krankheiten sind eben leider seit 150 Jahren vorbei.
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Dietmar
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

Dietmar » Antwort #13 am:

@RamonaIch bin, was die Pilzfestigkeit pilztoleranter Reben betrifft, nicht ganz so optimistisch wie einige meiner vorangegangenen Traubenfreunde.Auch pilzfeste Reben sollte man ca. 4 ... 5 mal vorbeugend gegen Oidium und Pero spritzen. Allerdings reichen dazu die milden Mittel aus den Gartenmärkten, z.B. Netzschwefel und Kupferpräparate. In sehr feuchten Spätsommern ist bei einigen pilztoleranten Sorten auch eine Spritzung gegen Botrytis (Grauschimmel) sinnvoll. Hierfür gibt es in Gartenmärkten ein Mittel gegen Grauschimmel an Erdbeeren (der gleiche Erreger).Reine Europäertrauben erfordern dagegen eine Vielzahl von Spritzungen mit "harten" Mitteln, die Du nur nach einem Lehrgang und mit einem Befähigungsnachweis kaufen darfst.Dann möchte ich noch mit der Legende abrechnen, dass es kurative Mittel gibt, also Mittel, die nach Ausbruch der Pilzinfektion heilend wirken. Das ist absoluter Unsinn! Die Hersteller bezeichnen Mittel als kurativ, die noch 1 ... 3 Tage nach der Infektion wirken. Dann aber kann ein Laie an seinen Reben noch nichts erkennen, da diese sich noch in der Inkubationszeit befinden. Später helfen auch diese Mittel nicht mehr. Bei den Profis gibt es ein Warnsystem, so dass diese etwas bedarfsorientierter Spritzen können.Auch außerhalb von Weinbaugegenden sind Sporen von Oidium und Pero überall vertreten, wenn auch nicht die besonders aggressiven und z.T. resistenten Stämme wie in Weinbaugebieten.Echter und falscher Mehltau ist z.B. weit verbreitet auf Apfelbäumen, Rosen, Gurken, Zuchini, Jelängerjelieber und vielen vielen anderen Pflanzen und auch diese Mehltaustämme können auf die Reben überspringen.Es gibt einige ganz wenige Sorten, die aber große Kerne und zähe Beerenhäute haben, z.B. Muscat Bleu und Galanth, die in vielen (trockenen) Gebieten bei luftiger Erziehung ohne Spritzen auskommen, aber diese wenigen Sorten haben, wie gesagt große störende Kerne, kleine Beeren und eine zähe Beerenhaut. Dafür schmeckt Muscat Bleu sehr gut.Dann gibt es einige sehr widerstandsfähige amerikanische Sorten, die aber alle mehr oder weniger bäh schmecken (nach Foxton). Eine solche Sorte, wo man den Foxton eventuell gerade noch tolerieren kann, ist New York Muskat (so pilzfest wie Muskat Bleu, aber auch mit störenden Kernen und Beerenhäuten).Nun kannst Du natürlich auch Trauben aus dem Supermarkt kaufen, aber die sind 12 bis 14 mal gespritzt. Dazu kommen noch Herbizite gegen Unkraut und Spritzungen gegen Insekten, Käfern, Milben und Raupen.Da sind die ca. 5 Spritzungen bei pilzfesten Sorten gar nichts dagegen, wobei z.B. Netzschwefel und einige Kupfermittel sogar für den biologischen Weinbau zugelassen sind.Pilzfeste Sorten, die mit diesem Minimalprogramm auskommen, gibt es eine Menge und es kommen immer wieder attraktive Sorten dazu. Allerdings sollte man seine Reben bei den Rebschulen kaufen, nicht bei Aldi, Versandgärtnereien und Gartencentern. Dort bekommt man zumeist nur veraltete und minderwertige Sorten und man erhält keine oder falsche Informationen zu den Sorteneigenschaften.Wenn Du die Probleme beim Anbau von Tafeltrauben akzeptierst, dann muss ich Dich noch vor einem warnen: Der Anbau von Tafeltrauben kann in kurzer Zeit süchtig machen!
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cydorian
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Re:Tafeltraube - Sortenempfehlung gesucht

cydorian » Antwort #14 am:

Auch pilzfeste Reben sollte man ca. 4 ... 5 mal vorbeugend gegen Oidium und Pero spritzen.
Wieso? Ich hab die gängigen Tafeltrauben-Sorten (die alte Boskoop Glorie, Muskat Blau, die kernlosen Lakemont und Artemis, Granita, Solara, Venus, Orion, Glenora, Jakobsberger, Ramtes und noch ein paar. Keine war je über der Schadschwelle befallen. Man nimmt doch auch nicht jeden Morgen eine Paracetamol-Tablette, weil man ja ansonsten Kopfschmerzen kriegen könnte....
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